HOME ABOUT SUSTAINABILITY DIY/RECIPES LIFESTYLE TRAVEL PERSONAL BLOGROLL

Warum auch du Mikroplastik meiden solltest

ChristlMistl | 17. Juni 2016 | / / |
Bildquelle: Scott Ehardt via Wikimedia Commons

Wie letzte Woche schon in meinem Post zu der Plastikproblematik erwähnt, gibt es heute einen separaten Post zu Mikroplastik. Doch was ist Mikroplastik eigentlich? Es sind Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind und vorrangig in der Kosmetik in z. B. Zahnpasten, Duschgels oder Peelings als Schleifmittel, um eine bessere Reinigung zu erzielen (primäre Mikroplastik), oder auch in Mascaras oder Reinigungsmitteln zu finden. Aber auch über Jahre zerfallener Plastikmüll in den Ozeanen, der irgendwann mikroskopisch klein wird oder die sich bei jedem Waschgang herauslösenden Plastikfasern eines Textils aus Kunststoff, wie Fleece-Jacken, lassen sich zum Mikroplastik zählen (sekundäre Mikroplastik).

Zahlen & Fakten

  • Laut dem Wissenschaftsjournal "Environmental Science & Technology" gelangen allein in den USA tagtäglich acht Trillionen Plastikteilchen ins Wasser.
  • In Deutschland stecken nach dem Umweltbundesamtes (UBA) jährlich schätzungsweise ca. 500 Tonnen Mikroplastik in Kosmetikprodukten.
  • Zwischen 93 Millionen und 8,2 Milliarden Mikroplastikteilchen werden nicht gefiltert und gelangen in die Flüsse.

Welche Probleme schafft Mikroplastik?

Mikroplastik ist oft zu klein für Kläranlagen und landet somit im Wasser, das von ihren Bewohnern über die Nahrung aufgenommen wird. Da Mikroplastik besonders stark Umweltgifte, die in Verdacht stehen krebserregend oder hormonell wirksam zu sein, anzieht, gelangen auch diese Stoffe in die Körper der Tiere. Diese werden nur in geringem Maße ausgeschieden, sondern reichern sich eher im Fettgewebe der Tiere an. Über die Nahrungskette gelangen dann diese Gifte auch wieder im Körper des Menschen. Zwar wurde Mikroplastik bei Fischen vor allem in den Verdauungsorganen gefunden, die beim Zubereiten entfernt werden, jedoch gehen von dort aus auch schädliche Giftstoffe aus dem Kunststoff in den Körper des Fisches über. Es ist daher fraglich, wie viel Mikroplastik ein Mensch durch den Fischverzehr aufnimmt, was er aber auf jeden Fall verzehrt, sind die schädlichen Chemikalien.

Nach einer Studie, die im "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurde, nehmen auch Austern Mikroplastik auf, die die Fortpflanzung der Muscheln hemmen. Nach nur zwei Monaten reduzierte sich die Larvenanzahl um 41 Prozent, was erschreckend ist. Denn Austern sind beispielsweise wichtig zur Reinigung des Wassers, denn sie nehmen Stickstoff auf und bauen es ab. Doch bereits geringe Konzentrationen an Schadstoffen aus Mikroplastik schädigen diese Tiere empfindlich.

Wie schon erwähnt, können die Mikroteilchen wegen ihrer Größe nicht vollständig gefiltert werden und so geht ein Teil dieser in das natürliche Wasser und in den Klärschlamm über. Letzterer wird auch für die Düngung von Feldern genutzt. Durch den Wind gelangt die Mikroplastik auch in die Luft und wird dann über Wald und Wiesen getragen sowie weiterverbreitet. Beim z. B. Bestäuben nehmen Bienen diese Teilchen auf, transportieren sie in ihren Stock und letztendlich gelangt die Mikroplastik in den Honig. Dies wies auch das Konsumentenmagazin "Plusminus" 2014 nach, wo in allen 19 getesteten Honigsorten aus dem Supermarkt Mikroplastik nachgewiesen werden konnte. Auch Kühe können beim Weiden, die Mikropartikel aufnehmen, die dann in die Milch übergehen (zumindest aber die gelösten Giftstoffe).



Welche Lösungsansätze gibt es?

Während in den USA bereits in sieben Staaten den Einsatz von Mikroplastik untersagten, gilt dies nun seit Dezember 2015 im ganzen Land. Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten verabschiedete ein Gesetz dazu zum Schutze von Luft und Wasser. So ist der Einsatz ab 2018 nicht nur in Kosmetika untersagt, sondern auch in Reinigungsmitteln. Auch Kanada sowie die Niederlande haben solch ein Verbot bereits in Planung. Letztere kündigten einen Ausstieg bis Ende 2016 an. 

Deutschland hinkt in Sachen Mikroplastikverbot in Kosmetika hinterher, denn die Bundesregierung bevorzuge laut der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünen (2015) einen freiwilligen Ausstieg anstatt rechtlicher Regelungen. Bei der Zahnpasta lässt sich auch schon ein Erfolg verbuchen. Mittlerweile wird hier keine Mikroplastik mehr verwendet. Inzwischen werden hierfür andere Stoffe wie Kieselsäure, Schlämmkreide oder Tonerde verwendet. Nadja Ziebarth, Meeresreferentin beim BUND, sieht aber auch die Gefahr, dass die Unternehmen zwar die körnigen Plastikteilchen entfernen, sie aber in Flüssigform oder als Nanopartikel im Produkt belassen, was noch gefährlicher werden kann, da sie sich in der Zellstruktur von Organismen festsetzen (vgl. taz 28.12.2015). 

Auch wenn der Großteil der Problematik hauptsächlich durch sekundäre Mikroplastik hervorgerufen wird und ein Verbot primärer Mikroplastik lediglich als Tropfen auf dem heißen Stein angesehen werden kann, so ist es dennoch wichtig und ein Schritt vorwärts in die richtige Richtung. 

Auf was muss ich beim Kauf achten?

Produkte mit folgenden Inhaltsstoffen sollte man meiden:

  • Polyethylen (PE), 
  • Polypropylen (PP), 
  • Polyethylenterephthalat (PET), 
  • Nylon-12 (Nylon-12), 
  • Nylon-6 (Nylon-6), 
  • Polyurethan (PUR), 
  • Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA), 
  • Acrylates Copolymer (AC), 
  • Acrylates Crosspolymer (ACS) sowie 
  • Polyquaternium-7 (P-7). 

Der BUND hat auch einen Einkaufsratgeber veröffentlicht, der eine Liste mit den Produkten führt, die Mikroplastik enthalten.


Auf YouTube habe ich euch übrigens noch eine Playlist mit interessanten Videos zur Thematik zusammengestellt.

weiterführende Links:

1 Kommentar :

  1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! :)
    Dein Blog ist richtig klasse! Muss ich gleich mal durchklicken!
    Gerade das Thema Nachhaltigkeit und auch Inhaltsstoffe interessieren mich zur Zeit auch total und finde es erschreckend, was alles legal in unseren Lebensmittel und Beautyprodukten drin steckt...

    AntwortenLöschen

'>
© 2017 · by Christl Mistl · All Rights Reserved · Impressum/Disclaimer · Datenschutz · Kontakt