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DIY: saubere Zähne mit selbst gemachter Zahnpasta aus Kokosöl
(und warum ich herkömmliche Zahnpasta meide)

ChristlMistl | Freitag, 28. April 2017 | / / / |

Seit mehreren Monaten putze ich nun schon mit dieser Zahnpasta und ich hätte nicht gedacht, dass ich so sehr zufrieden damit sein werde. Am Anfang ist es natürlich etwas komisch und umgewohnt, wenn beim Putzen im Mund nichts so wirklich schäumt, aber im Gegensatz zu herkömmlicher Zahnpasta bleibt da ein angenehmes Frischegefühl, das den ganzen Tag nicht wirklich weicht. Habe ich z. B. an einem Tag viel zuckerhaltiges zu mir genommen, sind normalerweise meine Zähne schnell stumpf und fühlen sich rau an. Mit der selbst gemachten Zahnpasta passiert das nicht, sie verschafft da eine Glätte, die den ganzen Tag lang hält. Seitdem ich mit dieser Paste meine Zähne putze, fühlt sich mein Zahnfleisch auch viel weniger sensibel und angegriffen an. Ihr merkt schon, ich bin mehr als begeistert. 

Hinzu kommt dann natürlich auch noch, dass die Zahnpasta ohne jeglicher chemischer Zusätze auskommt, die in herkömmlichen Zahnputzmitteln gerne auch einmal vertreten sind (ausgenommen Naturkosmetik), u.a.

  • Triclosan: Als Desinfektions- und Konservierungsmittel, soll es Mundgeruch und Plaque bekämpfen, aber gleichzeitig stört es auch die gesunde Mundflora und fördert die Bildung von resistenten Supererregern. Über das Abwasser gelangt dieser Stoff auch in unsere Gewässer, wo die Chemikalie unter dem Einfluss von UV-Licht zu Dioxin werden kann, eines der stärksten Gifte, das zur weiteren Schädigung unserer Umwelt beiträgt. Jüngste Studien zeigen zudem, dass Triclosan mit Diabetes, Arthritis und Herzprobleme gebracht werden kann. Zwar ist der Stoff seit dem 31. Juli 2015 verboten, aber das gilt lediglich für Produkte, die lange auf der Haut bleiben bzw. großflächig verteilt werden und da gehört Zahnpasta nicht dazu. Mehr Infos bei Codecheck oder Greenpeace (Abruf: 24.04.2017).
  • Natriumlaurylsulfat: Oder auch als Natriumdodecylsulfat, Sodium Lauryl Sulfat (SLS), Sodium Dodecyl Sulfat (SDS) deklariert. Es ist ein Tensid, das die schäumende Wirkung in der Zahnpasta unterstützen soll und antibakteriell wirkt. Jedoch gilt es andererseits auch als hautreizend sowie allergieauslösend. Zudem kann der Stoff zur Bildung von Aphthen (kleine, schmerzende Mundgeschwüre) beitragen, da es die Schleimhaut des Mundes austrocknen kann wodurch Anfälligkeiten für Reizstoffe begünstigt werden. (Zahnwissen.de, Abruf: 24.04.2017).
  • Schleifmittel (Abrasiva): Dieser Stoff befindet sich vor allem in Zahnpasten, die entweder die Zähne aufweißen oder auch Zahnstein bekämpfen sollen. Doch durch einen hohen Anteil solcher abrasiven Stoffe, kann die Zahnhartsubstanz geschädigt werden, weshalb solche Zahnpasten eigentlich nicht zur täglichen Zahnreinigung empfohlen werden. Mehr dazu auf Codecheck (Abruf: 24.04.2017).
  • Parabene: Ein synthetischer Konservierungsstoff, der in einer Vielzahl von Bezeichnungen daherkommt, wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl-, und Benzylparaben oder auch Parahydroxybenzoat, Oybenzoesäure, Oxybenzoat, Hydroxybenzoesäure, Hydroxybenzoat, PHB-Ester, usw. Diese Stoffe gelten als hormonell wirksam, jedoch ist eine Langzeitwirkung bisher nicht genügend erforscht. ABER: Produkte ohne Parabene müssen nicht gleichzeitig besser sein, denn auch sie müssen ja irgendwie konserviert werden und so können Stoffe zum Einsatz kommen, die möglicherweise noch schädlicher sind. (test.de, Abruf: 24.04.2017)
  • Mikroplastik: Hiermit werden Plastikteilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind oder auch in flüssigen bis gelartigen Zustand verwendet werden. In Zahnpasten werden sie häufig in Form von winzigen Kügelchen als Schleifmittel eingesetzt. Mikroplastik ist vor allem eines: ein ökologisches Disaster! Warum habe ich bereits in einem seperaten Blogpost berichtet. Zu empfehlen ist auch die Codecheck Studie 2016 in Kooperation mit dem BUND zu Mikroplastik in Kosmetika und der Mikroplastik-Einkausratgeber des BUND.

Ihr seht also, ich habe viele Gründe, warum ich es einfach mal mit einer selbst gemachten Zahnpasta probiert habe. Dass sie jetzt auch noch so gut wirkt, überraschte ich ehrlich gesagt auch etwas, macht mich nun aber nur noch zufriedener. Von daher folgt jetzt auch das Rezept für euch.

Zutaten:

  • 2 1/2 EL Bio-Kokosöl (wirkt gegen Bakterien, Viren, Karies, Mundgeruch; fördert allgemeine Zahnhygiene)
  • 2 1/2 EL Natron (schafft einen guten pH-Wert im Mund, hellt Zähne leicht auf, neutralisiert kariesverursachende Säuren)
  • 1 EL Xylit (gegen Karies, reduziert Zahnbelag)
  • 3 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl (für den Geschmack)

Zubereitung, Anwendung & Haltbarkeit:

  1. Vermengt die ersten drei Zutaten zu einer homogenen Masse.
  2. Für einen frischen Geschmack fügt ihr nun noch das Pfefferminzöl dazu. Ich mag ihn nicht ganz so stark, daher die drei Tropfen. Es gibt verschiedene Rezepte, da werden manchmal bis zu zehn Tropfen verwendet, was aber wirklich sehr kräftig ist. Wenn man das Öl komplett weglässt, dann ändert das nichts an der Wirkung der Zahnpasta, nur der Geschmack ist dann sehr, sehr, sehr gewöhnungsbedürftig!
  3. Nun müsst ihr nur noch die Zahnpasta in ein Döschen abfüllen und schon kann das Zähneputzen beginnen. Dafür entnehmt ihr am besten mit einem Spatel (damit keine Keime ins Gefäß gelangen) eine kleine Menge und putzt anschließend wie gewohnt eure Zähne.
  4. Die Zahnpasta hält ca. zwei Monate, da sie keine Konservierungsstoffe enthält. Aber mit der angegebenen Menge hier und bei hoffentlich regelmäßigem Putzen ist die Zahnpasta vor Ablauf der zwei Monate verbraucht.

Anmerkung:

Das hier aufgeführte Rezept benutze ich täglich und wird von mir gut vertragen. Aber jeder Körper ist anders und reagiert anders. Es gibt daher immer eine Möglichkeit der Unverträglichkeit. Besonders Allergiker und/oder Schwangere sollten Vorsicht walten lassen und im Zweifel vorher mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. Herstellung und Behandlung erfolgt auf eigene Gefahr und von mir wird daher keine Haftung übernommen.

Kommentare :

  1. Ohne Witz, ich überlege schon so lange, ob ich nicht mal selbst Zahnpasta zusammenmischen sollte! :D DANKE für diese Anleitung, vielleicht nehme ich das jetzt endlich mal dieses Wochenende in Angriff. :)

    Liebste Grüße und hab ein schönes Wochenende,
    Sarah

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  2. ich hab richtig Bock das auszuprobieren, aber ich finde Kokos ganz schrecklich und meine Geschmacksnerven sind empfindlich, meinst du es ist trotzdem was für mich? :D

    Liebe Grüße Katrin

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    1. Ich mag den Geschmack von Kokos auch nicht besonders gerne und schon gar nicht den von Kokosöl. Als ich das erste Mal von dem Rezept gelesen hatte, hatte ich nur Kokosöl und Natron da und hab's nur damit ausprobiert. Ich hätte brechen können von dem Geschmack :D Aber mit Xylit wird das Ganze etwas süßer und durch das Pfefferminzöl schmeckt es eher nach Minzkaugummi. Von daher würde ich sagen: Probieren geht über Studieren.

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  3. Also daran Zahnpasta selbst zu machen hab ich jetzt noch gar nie gedacht! Ich achte zwar auch auf einige Sachen bei den Inhaltsstoffen, aber selbst gemacht hab ich noch nie welche..
    Müsste auch erst mal ausprobieren, ob sich die gut mit meiner elektrischen Zahnbürste verträgt. Da machen nämlich leider einige Produkte in dem Bereich schlapp.

    Vielen lieben dank für dein liebes Lob! Sowohl was die Fotos als auch den Text angeht.
    Glaub mir: wir sind auch sehr gespannt auf das Werk meines Vaters... wir warten und warten...

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    1. Da ich keine elektrische Zahnbürste verwende, kann ich da leider keinen Rat geben - aber ich könnte mir vorstellen, dass es funktioniert.

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