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Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #1

ChristlMistl | Dienstag, 25. April 2017 | / / |
By shushipu [CC0 Public Domain], via Pixabay  

Ein halbes Jahr lang habe ich gebouldert, was das Zeug hält und mich am Ende nicht mehr ganz so sehr wie ein Hängebauchschwein an einer Wand klebend gefühlt. Ich mochte das Gefühl nach den zwei Stunden bouldern komplett fertig zu sein. Den Kurs habe ich über den Hochschulsport meiner Uni gemacht. Jetzt zum Sommersemester standen dann wieder die Kursbuchungen an. Neben dem Boulderkurs wollte ich dann noch einen zum gezielten Rückentraining belegen. Denn in den nächsten Monaten, voraussichtlich bis Ende des Jahres, werde ich mit sehr viel Lesen und Schreiben und somit Sitzen verbringen - die Masterarbeit lässt herzlichst grüßen. Aber da das Kursbuchen immer ein kleines Glücksspiel ist, bin ich dieses Semester weder im Boulder- noch im Rückenfitkurs gelandet. Hallo, Pilates!

Warum also Pilates? 

Ich habe keine Ahnung, was Yoga oder Pilates ist und schon gar nicht, worin der Unterschied liegt. Mich würde es daher auch nicht wundern, wenn das Titelbild eher Yoga und nicht Pilates zuzuordnen wäre. Die Hoffnung, die ich jedenfalls darin nun setze, ist diese, dass ich auch hier etwas für meine Körperhaltung mache. Am Ende ist es dann Pilates geworden, weil der Kurs zeitlich günstig und nur fünf Minuten fußläufig von meiner Wohnung entfernt liegt. Win-Win-Situation sozusagen!

Vorhin war also die erste Stunde. Das wichtigste Wort, das ich heute wohl mitgenommen habe, ist: Powerhouse. Das Ding (also die Bauchregion) sollte immer schön angespannt sein:
Zieht nun euren Bauch ein, so, als ob ihr eine zu enge Jeans zubekommen wollt...und jetzt wird die Jeans noch ein Stückchen enger und noch enger.
Am Anfang ist das dann schon komisch, wenn man die sonst so gewohnte Bauchatmung nicht mehr ausführen kann, sondern stattdessen gezwungen ist, kurz, flach und öfter über die Brust zu atmen. Aber wie ich da so auf der Matte liege, bin ich ziemlich froh, dass ich heute ausgeschlafen bin. Die beruhigende Stimme der Trainerin und das flache Atmen bewirken eher, dass ich meine Augen schließen und entspannen (schlafen) möchte. Und so muss ich mich immer wieder darauf konzentrieren, auch meinen Bauch gut anzuspannen. Zwischendurch geht die Trainerin immer wieder durch die Reihen und korrigiert - was ich wirklich dabei lerne, ist, dass ich sehr schmerzempfindlich an den Rippen bin, wenn jemand sie berührt. Mein Gesicht hätte ich dabei gerne einmal gesehen!

Zum Ende der Stunde stehen wir wieder, die Fersen und Knie aneinanderliegend, die Füße zu einem leichten 'V' gestellt, die Schultern locker hängend und das Powerhouse wie immer angespannt.
Und jetzt strecken wir uns, von oben bis unten, als ob wir einen Reißverschluss schließen. Machen uns groß, als würden wir ein Krönchen balancieren. Und die Hose ist immer noch viel zu eng.
Aus dieser Position sollen wir dann alle etwas in die Hocke gehen, ähnlich wie eine Ballerina an der Ballettstange (nur nicht so anmutig). Was dann kam, könnte man als Rentnerkanon bezeichnen, ein Knacken folgte dem nächsten. Schön, unter Gleichgesinnten gelandet zu sein! Und dann ist die Stunde auch schon vorbei.

Was nehme ich heute mit?
Ich bin irgendwie noch unentschlossen. Zum einen finde ich es komisch, beim Sport anzufangen zu frieren, weil mir das Auspowern fehlt, aber wahrscheinlich wird das in den kommenden Wochen noch kommen. Auch auf das beruhigende Gerede muss ich mich erst einmal einstellen. Das ist mir momentan etwas zu meditativ. Zum anderen mag ich das Gefühl nach der Stunde entspannter zu sein. Als ich nach Hause schlenderte, merkte ich auch, dass ich nicht wie sonst gekrümmt durch die Gegend hinkte. Dann wollte ich meine alte Haltung erzwingen, nur das ging dann irgendwie nicht - mein Powerhouse hatte da etwas dagegen! Zwar fühlte es sich in meinem Bauch nach dem Kurs eher so an, als ob ich durch das ständige Baucheinziehen meine Organe verschoben habe, aber wahrscheinlich sind das dann wohl doch Muskeln, von denen ich vorher nicht wusste, dass sie überhaupt existieren.

Von daher denke ich, dass der Kurs gerade was die Körperhaltung angeht, mir einiges mitgeben könnte. Auch in Sachen Konzentration könnte ich hier mehr lernen, wenn ich mich bewusster darauf einlasse. Ich bin nämlich ein großer Anhänger des gedanklichen Abschweifens, habe ich heute auch wieder gemerkt. Ein schöner Nebeneffekt? Während des Kurses und kurz nach dem Kurs, sprudelten nur so die Ideen in meinem Kopf (auch was den Blog angeht). Anscheinend hat der Kurs den Kopf auch ein bisschen freier gemacht. So werde ich jetzt jeden Dienstag, solange der Kurs andauert (bis Ende Juli), ein kleines Tagebuch hier veröffentlichen. Von einer Pilatesahnungslosen - für Pilatesahnungslose! 

Kommentare :

  1. so ein toller post,
    ich muss zugeben, ich habevor jahren pilates und yoga GELIEBT
    und jetzt merke ich, wie dringen ich auch mal wieder etwas machen sollte.
    toller post und ein super bericht.

    alles Liebe deine AMELY ROSE

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  2. haha sehr coole Kolumne! ich hab letztes Jahr einmal Yoga ausprobiert, wollte dem Ganzen wirklich eine Chance geben, bin aber in der mega Meditation gelandet und musste mich zusammenreißen mich nicht kaputt zu lachen .. besonders schön war die Partnerübung mit meiner Freundin, aufgrund unser unterschiedlichen Körperlängen hab ich ihr ohne Absicht die Brüste massiert, dabei ging es um was ganz anderes :D
    vielleicht sollte ich dieses Semester dem Pilates mal eine Chance geben, meine Mama findet das ja ganz toll ..

    ach und noch wegen der Milchersatzprodukte: ich versteh genau was du meinst! bin ebenfalls unentschlossen, hatte nach dem Artikel aber total das Bedürfnis es mal auszuprobieren .. das mit dem zusätzlichen Zucker find ich auch total problematisch, hab da beim Kaufen immer versucht drauf zu achten. allerdings bleibt die Frage, ob das wirklich gesund ist .. Tofu-Wurst, -Schnitzel, etc. ess ich gar nicht, hab ich in all den Jahren auch nie probiert, weil ich die Vorstellung irgendwie ekelig finde ..
    ich geh da am Ende einfach nach meinem Gefühl und Bewusstsein! da komplett durchzublicken und seinen eigenen Standpunkt zu finden, ist einfach kompliziert .. mein Lieblingsbeispiel ist da die Avocado, total gesund, vegan etc. kommt gefühlt in jedes Rezept, aber dass sie in krassen Mengen produziert wird und immer zu uns kommen muss, wird dann schnell vergessen ..

    na ja ich schweife ab :D

    ganz liebe Grüße Katrin

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